Blauwalkörper mit Froschgesicht    
und  Dreipferde-Hintern

damalige Meinungen zum Scorpio '95
Eckhard Eybl formulierte seine Meinung über das Scorpio-Design in auto, motor & sport 3/1995 folgendermaßen :
"Jeder Weihnachtskarpfen, der über eine ähnliche Kombination aus Fischauge (=Scheinwerfer)
und Fischmaul (=Kühlergrill) verfügt, schmeckt besser als der Scorpio. Und der Komiker Marty Feldman,
mit Glubschaugen in Scheinwerfergröße geschlagen, war entschieden lustiger als der neue große Ford.
Dieser Vergleich macht mich sicher : Der neue Ford Scorpio ist häßlich, dies aber wenigstens so radikal,
daß er alle philosophischen Definitionen über objektive und subjektive Schönheit und persönlichen
Geschmack außer Kraft setzt."
  Die österreichische "auto revue" wurde in auto, motor & sport Nr.23 /1994
folgendermaßen zitiert : "Dieses Auto ist tatsächlich ein stilistischer Hammer mit nie dagewesenen
Glupschaugen und einem Dreipferde-Hintern. Fad sieht er bestimmt nicht aus."

Im "Stern"
Nr.37/1994 fragte Reporter Frank Hofmann den Scorpio-Designer Gert Hohenester
ganz unverblümt :
"Hand aufs Herz : Finden Sie den neuen Scorpio nicht auch ziemlich häßlich ?"
Und JG Stratmann meinte in der ADAC-motorwelt 3/1995 unter der Überschrift "Ein Fisch namens Scorpio" :
"Das ist ja furchtbar !" ..."Da schauten glupschäugige Scheinwerfer ratlos in die Welt, und mit seinen breiten
Kühlergrill-Chromlippen schien das Auto wie ein Fisch dümmlich nach Luft zu schnappen."
Auto Motor & Sport druckte 1994 gleich in sechs verschiedenen Ausgaben Leserbriefe zum Scorpio-Design ab;
darin überwogen Äußerungen wie die folgenden : "Mag das Design des neuen Fiesta noch zu ertragen sein,
ist der Scorpio in meinen Augen eine Zumutung."  /  
"Mit dem neuen Scorpio hat Ford den Design-Vogel
abgeschossen. Mit dieser "Kröte auf Rädern" wird man in der oberen Mittelklasse nicht einmal eine
Nebenrolle
spielen."  /  "Erschütternd ! Seit Klaus Kinski als Nosferatu hat Deutschland der Welt
nichts Häßlicheres mehr beschert."
 Soweit die Lesermeinungen.

"Reine Geschmacksache"
titelte Detlev Hammermeister in Auto Straßenverkehr 22/1994.
Und meinte weiter :
"Wer sich für den Scorpio entscheidet, braucht Mut.".
Im ersten Fahrbericht des Scorpio urteilte Götz Leyrer in auto motor & sport 22/1994 über das Design :
"Die optischen Akzente, die Fords neuer Beitrag zur oberen Mittelklasse setzt, sind, gelinde gesagt,
gewöhnungsbedürftig
. Seit der legendären Badewanne der sechziger Jahre hat Ford keine derartige
formale Provokation mehr gewagt."    
Und dann wurde getestet :

Wolfgang Eschment hatte mit dem Scorpio in Auto Straßenverkehr 11/1995 schon beim Einparken Probleme :
"Der überaus rundliche Scorpio ist so unübersichtlich wie eine Langholzfuhre."
Markus Hauf testete in Auto Straßenverkehr 7/1996 den Scorpio 2.0 16V mit 136 PS, und er kam ihm vor
"...wie ein altes Auto : schlapper, unkultivierter, durstiger Motor und Detailmängel in der Bedienung."
Detlev Hammermeister beurteilte den Scorpio 2.0 mit 115 PS in Auto Straßenverkehr 3/1995 so
:
"Ford hat sich für die Entwicklung des neuen Scorpio viel Zeit genommen - es war trotzdem nicht genug.
Das Auto fährt sich unhandlich, federt nicht sonderlich komfortabel und beschleunigt schwach.

Die ausladende Karosserie bietet nicht mal besonders viel Platz. Unverzeihlich : der viel zu hohe
Verbrauch und die miserablen Bremsen."
Peter Pisecker meinte in der Auto Zeitung Nr. 19/1996 über den Scorpio 2.3 mit 147 PS :
"Der neue Motor macht den Scorpio attraktiver - Schönheit kann auch von innen kommen."
Das Karosseriedesign wurde mit Vokabeln wie "Blauwalkörper" und "Froschgesicht" beschrieben.
Allerdings kam Herr Pisecker durchaus nicht immer zu denselben Einschätzungen wie seine Kollegen : er sprach vom
"...komfortabel abgestimmtem Fahrwerk und geräumigem Innenraum."
Und ein Absatz seines Berichtes
wurde überschrieben mit den Worten : "So sparsam wie ein Fiesta oder Escort". Ein "hoher Verbrauch"
zählte dagegen im Test von Auto Motor & Sport 20/1996 zu den Nachteilen des Scorpio 2.3 mit 147 PS.
Klaus Westrup sprach dort von der "tragischen Figur Scorpio, die ihren Job gut macht, aber nicht geliebt
wird.",
denn
"Der Scorpio gefällt nicht, nur eine Minderheit kann sich optisch mit ihm anfreunden."